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Webmaster, 29 Jun 2008 23:35
Burundi, Bujumbura Alltag in Burundi Die Kinder haben ab Freitag, dem 04.06.08, Sommerferien für zwei Monate und etwas mehr, weil man nie so genau weiß, wann die Regierung entscheidet die Schule wieder beginnen zu lassen. Meine restliche Zeit werde ich dementsprechend viel im Heim verbringen und die Zeit mit den Kindern noch genießen. Sie spielen jetzt die ganze Zeit fast Fußball auf dem Hof und erholen sich von den Examen. Die Ergebnisse bekommen sie am nächsten Freitag, sodass sie dann auch erst wissen, ob sie noch sozusagen in die Nachprüfungen müssen, dann geht es noch mal ans Lernen.
Im übrigen bin ich nun auch öfter im Straßenkinderheim. Kerstin hat dort begonnen mit den Jungs Armbänder zu knüpfen, was erstaunlicherweise super läuft und vielleicht auch später eine Möglichkeit bietet diese in Deutschland zu verkaufen, als Fabrikate aus Burundi. So ist auch ein neues Programm von der Fondation, Dinge in den verschieden Einrichtungen zu fabrizieren und damit Geld aus Deutschland zu gewinnen, sodass sich die Fondation in gewisser Weise durch eigene Einkünfte auch ein Stückweit selbst finanzieren kann. Und so kann den Burundesen in gewisser Weise bewusst werden, dass sie etwas dafür tun müssen, um Hilfe zu bekommen, die Einstellung, „Mir wird schon irgendwer helfen“ wird nämlich immer verbreiteter. Doch das ist nicht der Sinn von Entwicklungshilfe, meine ich, die Menschen müssen selbst begreifen, dass sie auch etwas tun müssen, um zu überleben. Dieses neue Programm kann, denke ich helfen, ihnen auch zu zeigen und sie zu stärken, dass sie aus eigener Kraft etwas schaffen können. Und dadurch können sie motiviert werden selber ihre Ideen, die auf jeden Fall vorhanden sind, um zu setzten.
Ich betreue weiterhin die Mikrokredite in Gatumba und Chalama. Sie laufen gut, manchmal gibt es Wochen, in denen nicht alle Frauen zurückzahlen, doch es hält sich in Grenzen. Ich arbeite gerne mit den Verantwortlichen vor Ort zusammen, mit denen ich jetzt schon für unseren Film viel unterwegs war, wir besuchen die Frauen Zuhause und auf dem Markt, wo sie ihre Waren verkaufen, lernen die Umstände, in denen sie leben besser kennen und ich kann mich immer besser in sie hineinversetzen.
Die Fondation hat in Buterere, eins oder sogar das ärmste Viertel von Buja, von dem Nadine schon viel berichtet hatte, ein neues, großes Haus gemietet, in dem jetzt das Büro für die Mikrokredite ist und auch das kleine Heim, das in der Stadtmitte lag, in dem Straßenmädchen aufgenommen worden sind, ist dorthin umgezogen. Da die Kinder, die in diesem Heim leben in der Mehrheit aus Buterere selbst stammen, so kann eventuell besser Kontakt zu ihren Familien aufgenommen werden und so wird die Rückführung der Kinder bestimmt einfacher. Anfang Juli soll dort auch eine Kindergartengruppe beginnen, bei der die Mütter stark integriert werden sollen, d.h. jeden Tag sind zwei bis drei Frauen zur Unterstützung der Kindergärtnerin vor Ort. So soll die Nachbarschaft des Hauses erkennen mit zu helfen und dieses Haus könnte in Zukunft von ihnen „übernommen“ werden, sozusagen als Gemeindehaus. Ein Treffpunkt, aber gleichzeitig auch ein Arbeitsplatz, wo man sich anstrengen muss und arbeitet, um etwas zu erhalten, sozusagen ein geben und nehmen.
In der letzten Woche haben Kerstin und ich dort den Kindergartenraum schöner gestaltet und ein Bild an die Wand gemalt.
Die Männer der Umgebung sollen ebenfalls integriert werden und den Garten hinter dem Haus und ein noch eventuell zu pachtenes Feld bestellen, so kann der Ertrag ihnen zu Gute kommen und die Familien erleben, dass ihnen durch ihre eigene Arbeit direkt geholfen werden kann.
Des weiteren arbeiten Kerstin und ich fleißig an unserem Film über und für die Fondation. Die Arbeit geht gut voran und wir haben schon einiges im Kasten 
Den Rest der Spendengelder der Pfarre ST. Lambertus habe ich für Matratzen für das Straßenkinderheim eingesetzt. Wir konnten damit etwa 10 Matratzen kaufen, sodass die Kinder jetzt wieder nur zu zweit in einem Bett schlafen können.
Sonst läuft mein Tag mal so, mal so, heute habe ich das für morgen geplant, doch am nächsten Morgen passiert etwas ganz anderes und der Plan fällt sozusagen ins Wasser. Es ergeben sich immer wieder Situationen, die unverhofft eintreten und dann, was überhaupt nicht negativ gemeint ist, den geplanten Tagesablauf aus der Bahn werfen. So ist jeder Tag eine Überraschung und jedes Erlebnis fast unvorhersehbar, dies macht den Alltag spannend. |